Haut-Rhin


Haut-Rhin
Haut-Rhin
Wappen des Departements Haut-Rhin Lage des Departements Haut-Rhin in Frankreich
Region Elsass
Präfektur Colmar
Unterpräfektur(en) Altkirch
Guebwiller
Mulhouse
Ribeauvillé
Thann
Einwohner 746.072 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 212 Einw. pro km²
Fläche 3.525 km²
Arrondissements 6
Kantone 31
Gemeinden 377
Präsident des
Generalrats
Charles Buttner
ISO-3166-2-Code FR-68

Das „Département Haut-Rhin” [oˈʀɛ̃] (Oberelsass, wörtlich Hochrhein / Oberrhein) liegt in der Region Elsass, im Osten Frankreichs. Es ist das 68. Departement (alphabetische Reihenfolge) und benannt nach dem anliegenden Rhein, der die Grenze zu Baden-Württemberg in der Bundesrepublik Deutschland bildet.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Département liegt im Süden der Region Elsass. Die östliche Grenze bildet der Rhein, im Westen ziehen sich die Vogesen durch das Land und im Süden die Ausläufer des Schweizer Jura.

Das Département grenzt im Osten an den Regierungsbezirk Freiburg in Baden-Württemberg, im Südosten an die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft und im Süden an den Kanton Jura; im Südwesten liegt das Département Territoire-de-Belfort der Region Franche-Comté und überwiegend im Westen das Departement Vosges der Region Lothringen. Im Norden liegt das elsässische Departement Bas-Rhin (Niederrhein).

Wappen

Beschreibung: In Rot ein goldener Schrägrechtsbalken mit drei goldenen Lilienkronen beidseitig nach dem Balken gelegt.

Geschichte

Gründung und ältere Geschichte

Das Département Haut-Rhin wurde während der französischen Revolution am 4. März 1790 aus dem südlichen Teil der bis dahin bestehenden Provinz Alsace gebildet. Es gliederte sich in drei Distrikte (frz.: district), den Vorläufern der Arrondissements. Die drei Distrikte waren Altkirch, Belfort und Colmar. Das Département und die Distrikte gliederten sich wiederum in 32 Kantone und hatten ca. 290.000 Einwohner. Hauptstadt war bereits damals Colmar.

Die Arrondissements wurden am 17. Februar 1800 eingerichtet. Es waren Altkirch, Belfort, Colmar, Delémont (Delsberg) und Porrentruy (Pruntrut) (ehemaliges 84. Département du Mont Terrible). Am 30. Mai 1814 wurden die Arrondissements Delémont und Porrentruy aufgelöst, da der Wiener Kongress deren Gebiet dem Schweizer Kanton Bern zugesprochen hatte.

1857 wurde Altkirch durch Mulhouse ersetzt.

Bezirk Oberelsaß

Vom 10. Mai 1871 (Friede von Frankfurt) bis zum 28. Juni 1919 (Friedensvertrag von Versailles) war das Département ein Teil des Deutschen Reiches. Als Bezirk Oberelsaß gehörte er zum Reichsland Elsass-Lothringen. Der Bezirk (=Département) gliederte sich in 6 Kreise (=Arrondissement). Diese waren Altkirch (wie gehabt), Gebweiler, Colmar (wie gehabt), Mülhausen (wie gehabt), Rappoltsweiler und Thann. Das Arrondissement Belfort mit einer französischsprachigen Bevölkerung blieb als Territoire-de-Belfort bei Frankreich. Der Bezirk Oberelsaß umfasste damals 3508 km² und zählte 1885 462.549 Einwohner.

An der Spitze des Bezirks stand ein Bezirkspräsident. Bezirkspräsidenten waren:

Präsident Amtszeit
Robert Freiherr von der Heydt 1871–1875
Dr. Karl Adolph Ernst von Ernsthausen 1875–1879
Ludwig Ferdinand Timme 1880–1888
Dr. Gustav von Jordan 1888–1898
Alexander Prinz zu Hohenlohe-Schillingsfürst 1898–1906
Albert von Puttkamer 1906–1918

[1]

Die Volksvertretung im Bezirk war der Bezirkstag. Dieser wählte 10 Mitglieder in den Landesausschuss des Reichslandes Elsaß-Lothringen bis 1911 mit der Verfassung der Landtag eingerichtet wurde.

Nach der Rückeroberung durch Frankreich

Mit der Wiedereingliederung des Départements nach Frankreich 1919 wurde die Gliederung in Arrondissements (=Kreise) nahezu komplett übernommen. Gebweiler wurde wieder zu Guebwiller, Mülhausen wurde zu Mulhouse, Rappoltsweiler zu Ribeauvillé, lediglich Colmar wurde in Colmar-Ville und Colmar-Campagne aufgeteilt, die jedoch 1934 wieder zusammengelegt wurden. Das Territoire-de-Belfort wurde nicht wieder in das Département Haut-Rhin integriert, sondern 1922 ein eigenständiges Département Frankreichs, welchem 1941 die Nummer 90 zugeteilt wurde[2].

Verwaltungsgliederung

Karte von Haut-Rhin mit Verwaltungsgliederung

Das Département Haut-Rhin untergliedert sich in 6 Arrondissements.

Arrondissement Einwohner
(1999)
Fläche
(km)
Bev.Dichte Kantone Gemeinden
Altkirch 61.242 655 93 4 111
Colmar 139.255 666 209 6 62
Guebwiller 76.314 584 131 4 47
Mulhouse 304.295 634 480 9 73
Ribeauvillé 49.311 462 107 4 32
Thann 77.608 525 148 4 52

Siehe auch:

Städte

Landschaft nahe Haut-Rhin mit Blick auf Sainte-Marie-aux-Mines
Lac Blanc bei Orbey

Die größten Gemeinden des Départements sind (> 10.000 Einwohner (1999)):

Weblinks

 Commons: Haut-Rhin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Verwaltungsgeschichte
  2. Gérard Lang: Le Code officiel géographique. In: Courrier des statistiques 108 (2003), S. 53–62, hier S. 55

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Haut-rhin — Pour les articles homonymes, voir Rhin (homonymie). Haut Rhin …   Wikipédia en Français

  • Haut Rhin — Pour les articles homonymes, voir Rhin (homonymie). Haut Rhin …   Wikipédia en Français

  • Haut-Rhin —   Department   …   Wikipedia

  • Haut-Rhin — Rhin (Haut ) …   Encyclopédie Universelle

  • Haut-Rhin — (spr. o räng, Oberrhein), Bezeichnung des aus dem Reste des frühern franz. Depart. H. gebildeten Territoriums von Belfort (s. d., S. 591) …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Haut-Rhin — (spr. o räng), der franz. Verwaltungsbez. Belfort (s.d.), Rest des ehemal. Dep. H …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Haut-Rhin —   [or ɛ̃], Département in Ostfrankreich, umfasst das Oberelsass, 3 525 km2, 708 000 Einwohner; Verwaltungssitz ist Colmar.   …   Universal-Lexikon

  • Haut-Rhin — Pour les articles homonymes, voir Rhin (homonymie). Haut Rhin …   Wikipédia en Français

  • Haut-Rhin — Sp Aukštutinis Renas Ap Haut Rhin L Prancūzijos departamentas …   Pasaulio vietovardžiai. Internetinė duomenų bazė

  • Haut-Rhin — /oh rddaonn /, n. a department in NE France. 635,209; 1354 sq. mi. (3505 sq. km). Cap.: Colmar. * * * …   Universalium