Moselle


Moselle
Moselle
Wappen des Departements Moselle Lage des Departements Moselle in Frankreich
Region Lothringen
Präfektur Metz
(2 arrondissements:
Metz-Ville,
Metz-Campagne)
Unterpräfektur(en) Boulay-Moselle
Château-Salins
Forbach
Sarrebourg
Sarreguemines
Thionville
(2 arrondissements:
Thionville-Est,
Thionville-Ouest)
Einwohner 1.042.230 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 168 Einw. pro km²
Fläche 6.216 km²
Arrondissements 9
Kantone 51
Gemeinden 730
Präsident des
Generalrats
Philippe Leroy
ISO-3166-2-Code FR-57

Moselle [moˈzɛl] ist das 57. Département (alphabetische Reihenfolge) von Frankreich. Es ist benannt nach der Mosel (französische Schreibweise: Moselle) und liegt im Osten des französischen Staates, in der Région Lorraine (Region Lothringen). Im Südosten grenzt es an das Département Bas-Rhin (Region Elsass), im Süden und Westen an das Département Meurthe-et-Moselle sowie im Nordosten an das Großherzogtum Luxemburg (Distrikte Luxemburg und Grevenmacher) und die Bundesrepublik Deutschland (Saarland und Rheinland-Pfalz). Departementhauptstadt ist Metz, die Stadt ist gleichzeitig Hauptstadt der Region Lothringen (Lorraine).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

In älterer Zeit gehörten die Gebiete des heutigen Departements zum Hochstift Metz, den Herzogtümern Lothringen, Bar, Luxemburg und zur Reichsstadt Metz, die im Wappen vertreten sind, sowie kleineren Herrschaften, und fielen im 17. und 18. Jahrhundert an das Königreich Frankreich. „Moselle”, im Deutschen auch „Moseldepartement“ genannt, ist eines von 83 Departements, die zur Zeit der französischen Revolution im Jahre 1790 errichtet wurden. Das Departement war wesentlich anders zugeschnitten als heute und in vier „Arrondissements” untergliedert: Metz, Briey, Saargemünd (Sarreguemines) und Diedenhofen (Thionville).

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg wurde das Moseldepartement am 18. Mai 1871 gemäß dem Frieden von Frankfurt aufgelöst. Das Deutsche Kaiserreich erhielt den größten Teil und vereinigte ihn mit den beiden Arrondissements Château-Salins und Saarburg (Sarrebourg) des ebenfalls aufgelösten Départements Meurthe zum Bezirk Lothringen des neugebildeten Reichslands Elsass-Lothringen. Nur ein kleiner Teil im Westen, das Arrondissement Briey, blieb bei Frankreich und bildete zusammen mit Teilen des „Départements Meurthe” das neue „Département Meurthe-et-Moselle”.

Die Reichslandzeiten waren geprägt von starken Bevölkerungsverschiebungen: Die französischen Eliten verließen nach 1871 den Bezirk, so genannte „Altdeutsche“, d. h. Zuwanderer aus den anderen Gebieten des Deutschen Reichs, füllten die Lücke, insbesondere in den Bereichen Verwaltung und Militär, aber auch Arbeiter in den aufstrebenden Industrieorten des Erzbeckens. Dies führte dazu, dass die Großstadt Metz am Vorabend des Ersten Weltkriegs zwar eine deutsche Bevölkerungsmehrheit von über 75 % hatte, aber eine Sprachinsel bildete, weil das unmittelbare Umland der Stadt frankophon blieb.

Aus verteidigungstechnischen Gründen, aber vor allem wegen des Besitzes der Schwerindustrie und der Eisenerz-Gruben (Minette) hielten die deutschen Siegermächte bei der Grenzfestlegung 1871 nicht die deutsch-französische Sprachgrenze ein. So gehörten zum neuen deutschen Kaiserreich nun auch frankophone Gebiete. Für die französischsprachigen Bewohner galt allerdings nicht die deutsche Amtssprache, sondern ihnen wurden sprachenpolitische Zugeständnisse gemacht im Gebrauch ihrer französischen Muttersprache in Verwaltung, Justiz und Schule.

So saßen für 47 Jahre im Deutschen Reichstag in Berlin unter anderem auch einige muttersprachlich französische Reichstagsabgeordnete aus Elsass-Lothringen. Im 1919 nach dem Ersten Weltkrieg abgeschlossenen Friedensvertrag von Versailles kam das Gebiet wieder zu Frankreich zurück. Die Verwaltungsgrenzen wurden wegen der in fünf Jahrzehnten geschaffenen Tatsachen beibehalten und nicht wieder auf den Stand von 1870 zurückgesetzt, Meurthe-et-Moselle wurde nicht wieder aufgelöst. Der „Bezirk Lothringen” wurde wieder umbenannt in „Département Moselle”, die administrativen Verbindungen zu den traditionell deutschen Sprachgebieten des Elsasses wurden gekappt und die Moselle fand sich im Kontext eines stark zentralistisch auf Paris ausgerichteten Frankreich wieder.

Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebiet Moselle nach der Niederlage Frankreichs (Waffenstillstand vom 22. Juni 1940) faktisch dem Deutschen Reich wieder angeschlossen, als CdZ-Gebiet Lothringen unter Zivilverwaltung gestellt und sollte zusammen mit dem Saarland und der Pfalz den „Gau Westmark” bilden. Trotz gewisser autonomistischer und nationaler Sympathien der zum Teil im deutschen Kaiserreich aufgewachsenen Lothringer stieß die nationalsozialistische Politik des Diktators Hitler verbreitet auf Widerwillen und auf passiven Widerstand. Mit der Besetzung des ehemaligen Reichslandes Elsass-Lothringen durch die Wehrmacht von 1940–1944 ging die Ausweisung zahlreicher „feindlicher” Franzosen, also von Bewohnern, deren Muttersprache Französisch war und die deswegen der deutschen Obrigkeit suspekt waren, in das vom Vichy-Regime verwaltete Gebiet einher. Mit dem Vormarsch der Alliierten musste die deutsche Wehrmacht sich zurückziehen. In die Moselregion (Moselle) zogen 1944 zuerst Soldaten der US-amerikanischen Armee ein, in einigen Dörfern hielt sich die deutsche Wehrmacht noch bis zum März 1945.

Über viele Jahrzehnte spielten die Steinkohleförderung und die Stahlproduktion im Département Moselle eine zentrale Rolle. In den 1970er und 1980er Jahren verloren beide Industriezweige jedoch immer mehr an Bedeutung, vor allem die industrialisierten Gebiete im Norden und Nordosten des Departements wurden stark von der Stahlkrise und Kohlekrise betroffen. 1997 endete mit der Schließung der Eisenerzmine in Audun-le-Tiche eine über 100-jährige Ära. 2004 wurde mit der Zeche La Houve in Creutzwald nicht nur das letzte Steinkohlebergwerk in Lothringen, sondern in ganz Frankreich geschlossen.

Dialekte

Dialekte im Departement Moselle (magenta: französische Dialekte, grün: deutsche Dialekte)

Inmitten des Departements verlief bis in die jüngste Vergangenheit entlang einer Linie von Thionville nach Sarrebourg die deutsch-französische Sprachgrenze. Die einheimischen frankophonen Bewohner des Departements sprachen traditionell das romanische Lothringische, das als Umgangssprache auch von der ältesten Generation nicht mehr verwendet wird; die deutsch-lothringischen Mundarten der einheimischen germanophonen Bewohner des Departements gehören zum Moselfränkischen und zum Rheinfränkischen. Nach 1945 wurde die deutsche Sprache aus den Medien verdrängt und auf die deutschsprachige Bevölkerung erheblicher Druck ausgeübt, ihren Dialekt abzulegen und Französisch zu sprechen. Nach den vielen Jahren der politischen Zugehörigkeit zu Frankreich und einer entschiedenen Französisierungspolitik (Französisch als Amts- und Unterrichtssprache) sind (auch hier) die einheimischen deutschen Dialekte vom Aussterben bedroht. Während die älteste Generation noch Deutsch beherrscht, verwenden die jüngeren Generationen zumeist Französisch als Umgangssprache und geben Französisch auch an ihre Kinder weiter.

Städte

Verwaltungsgliederung

Arrondissement Einwohner
(1999)
Fläche
(km²)
Bev.Dichte Kantone Gemeinden
Boulay-Moselle 74.628 722 103 3 96
Château-Salins 28.480 974 29 5 128
Forbach 176.036 561 314 7 73
Metz-Campagne 211.863 1047 202 9 142
Metz-Ville 123.776 42 2951 4 1
Sarrebourg 62.098 993 63 5 102
Sarreguemines 99.980 936 107 6 83
Thionville-Est 127.541 686 186 6 75
Thionville-Ouest 119.045 255 467 6 30

Sehenswürdigkeiten

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Moselle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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